„Das Dorf war die Seele Russlands. Das Land hat uns auch geistig ernährt. Dort sind die verschiedenen russischen Musikstile entstanden.“ Das sagt der Sänger und Musiker Sergej Starostin, der seit Jahren versucht, das In- und Ausland vom Wert dieser Musik zu überzeugen. Denn zu viele Widerstände gab und gibt es: jahrzehntelang die choreografierte Fakelore, die Hochnäsigkeit der Städter (besonders der Moskauer) gegenüber dem Land, und – wie in zu vielen Ländern – ein Tunnelblick auf den Westen und das, was man dort als „modern“ erkannte, bei gleichzeitiger Blindheit gegenüber der eigenen Tradition.
Noch ist Russland nicht raus aus diesem Dilemma; zudem ist manches, was dort passiert, nicht unbedingt TFF-kompatibel: Unüberseh- und –hörbare Affinitäten zu Disko-Look und Pop-Sounds konkurrieren mit unserer Vorstellung einer „gewachsenen“ Roots-Musik.
Und dann ist natürlich das Land auch so riesig. Trotzdem – das Festivalteam hat bewusst darauf verzichtet, eine ethnografische Karte (nach)zeichnen zu wollen, sondern hat einige Spezialitäten herausgepickt: Qualität statt Quantität war das Motto. Und so treten auf beim TFF 2009: